Die Radionik Information
Leseprobe aus der Juliausgabe 1999
Medizin für das Leben
Zur ethischen und historischen Situation
ganzheitlicher Medizin im Jahre 1999
© Dr. med. Karl-Heinz Braun-von Gladiß
(Hervorhebungen durch den Autor, in Klammern und
kursiv gedruckt redaktionelle
Übersetzungen)
Wir Menschen stehen vor der Wende zu einer neuen Epoche unserer Entwicklung. Die Medizin ist elementar davon betroffen. Die bisherige Orientierung an Materiellem hat offenkundig in eine Sackgasse geführt. Indikatoren dafür sind:
Auch die Energie als immaterielle Komponente der Gesellschaft ist in den letzten hundert Jahren in die gleiche Sackgasse geraten wie ihr materielles Pendant: Elektrizität und die aus ihr entwickelte Elektronik steuern heute zwar weitgehend alle materiellen Vorgänge, sie unterliegen aber den gleichen umweltzerstörerischen Gesetzmäßigkeiten. Ihre Wurzeln und ihr Brennstoff liegen im fossilen Materiellen. So wiederholte sich hier auch die gesundheitsschädigende Wirkung ihrer Anwendung, was sich derzeit in der gesundheitlichen Bedrohung durch niederfrequent gepulste Hochfrequenzenergie zuspitzt.
Erst mit der computeriellen Fortentwicklung und in der damit verbundenen Nutzung kristalliner und oszillatorischer Energie (Quarz, Siliciumkristalle, Germanium, Laser, Photonen) hat sich in einem Teil des aus der Computertechnologie Gewordenen ein Seitenpfad eröffnet, der rein tendenziell aus der Zwangsläufigkeit der verbrauchsorientierten materiellen Fossilienausbeute herausführen helfen kann: Schon wird an der Realisierung von Visionen gearbeitet, wie man elektronische Prozesse mental steuern könne und damit präzisere und eventuell stärkere makrotope (auf das Ganze bezogen, Red.) Effekte erzeugt als mit para-materiellen, nämlich elektrischen Impulsen. Man erkennt die Bedeutung polyvalenter (verschiedenartigen, Red.) Wechselwirkungen jenseits materieller Bindung. „Zufall“ wird nicht länger als statistisch-irrelevante (stochastische) und als wegzuretouchierende Randerscheinung betrachtet, sondern man versteht, dass sich in „zufälligen“ Prozess-Abläufen vielleicht der für uns höchst-zugängliche Grad system-immanenter (im System enthalten, Red.) Intelligenz verbirgt. Und man hat begriffen, dass - wenn man Prozesse in Systemen wirklich beeinflussen und sogar steuern möchte - nichts an der Interaktion mit der bisher als „Zufall“ bezeichneten Dimension vorbeigeht.
Jedenfalls ist schon über die Grenzen theoretischer Mathematik und theoretischer Physik hinaus offensichtlich geworden, dass jedes makro- und mikro-kosmische System trans-intellektuellen und trans-materiellen (trans = jenseits, Red.) Determinanten (den dem deterministischen Chaos innewohnenden aber sui generis (von eigener Art, Red.) nicht berechenbaren Formen und Ordnungen) gehorcht, die wir bislang als Zufall bezeichneten, hinter denen aber ganz offenbar eine jenseits materieller Bindung und intellektueller Begreifbarkeit liegende Ordnung steht. „Gott würfelt nicht“, so hat es Einstein formuliert und dem Transmateriellen / Transintellektuellen damit (wieder) einen Namen gegeben. James Baldwin resümierte angesichts solcher Überlegungen: "Der Versuch, mich selbst als rational anzusehen, macht meinen Sinn für Humor aus", und er brachte damit zum Ausdruck, dass hinter jeder Wissenschaft und jedem wissenschaftlichen Bemühen ohnehin beim genauen Hinsehen ein oszillierendes (schwingendes, Red.) Wechselspiel zwischen dem Begreifbaren und dem Unaussprechlichen steht.
Es wird also deutlich, dass sich mit dem
Übergang der Elektrizitätsgesellschaft ins
Computerzeitalter ein historischer Wandel
vollzieht: Das „Kind“ (die moderne
Elektronik-Technologie) wächst über die
„Eltern“ (die fossile Materie und ihren
elektrischen Partner) weit hinaus und macht sich
zunehmend von den „elterlichen“
(materie-orientierten) Wurzeln selbständig. Damit
eröffnet sich die Welt der informativen Felder,
und eine neue Generation beginnt zu begreifen, dass sie
diese gezielt wird modifizieren können. Man
weiß, dass dies zwar - wie jede technische
Neuerung - ein zweischneidiges Schwert ist, aber man
ahnt auch, dass „das Kind“ durch das
Heraustreten aus dem „Schatten des elterlichen
Baumes“ und durch die Lösung von den
„elterlichen Wurzeln“ (Materie und der
Elektrizität) eine wirkliche Chance gewinnt, die
Probleme aus einer anderen Sicht und auf einer anderen
Ebene lösen zu können: indem es informative /
morphogenetische Felder gezielt modulieren lernt und
einen anwendungsreifen Zugang zu den immateriellen
Daseins-Dimension findet, die die materielle Ebene und
die ihr zugeordneten ökologischen Probleme
steuern, wird es die Generationshypotheken tilgen
können, die ihm von den „Eltern“
hinterlassen wurden.
Zur Alltags-Situation derMenschen
Überall beobachtet man eine zunehmende Dissoziation (Trennung, Red.) zwischen der (noch) materie-orientierten Alltagsgestaltung der Menschen einerseits und einer wachsenden Sehn-Such-t nach bislang nicht definierbarem, bislang nicht fassbarem, nach etwas Sollendem.
Nicht zuletzt sind das Anwachsen von Sekten, aber auch etliche Formen der Esoterik ein Ausdruck für diese „in der Luft liegende“ Spannung. Diese spiegelt sich auch in der Öffnung großer Teile der jungen Generation gegenüber Phantasiespielen und Phantasiewelten, besonders aber auch in der schon heute bestehenden Vielfältigkeit virtueller Realitäten. Im Freizeitverhalten hat die Anregung von Körperenergiefluss und die Schulung des Spürens von Chi eine große Bedeutung erreicht: Qi Gong, Tai Chi, Kampfkunsttechniken und Fitneß-Aktivitäten dienen der Entfaltung einer para-spirituellen Dimension. Ihr Boom hat im europäischen Raum nie dagewesene Ausmaße erreicht. Auch die Renaissance urchristlicher und die Zunahme spiritueller und meditativer Gemeinschaften spiegelt das kollektive Sehnen nach Immateriellem wieder und ist ein Indikator für ein sehr kraftvolles morphogenetisches Feld, dessen Ausdehnung schon saltatorische (sprunghafte, Red.) Züge trägt.
Nicht alle Menschen öffnen sich dem in der Luft liegenden transmateriellen (geistigen) Potential unserer Zeit. Viele - ja noch die Mehrzahl - der Zeitgenossen frönen dem veralteten Machbarkeitswahn der materie-orientierten Technik weiter und lehnen die Übernahme einer ökologischen und moralischen Verantwortung für ihre Lebensweise dezidiert (entschieden, Red.) ab. Die Einstellung der Gleichgültigkeit und des Fatalismus (ist mir doch egal, man kann sowieso nichts machen, warum soll denn grade ich das anders machen, ...) wird sogar von Vielen bewußt proklamiert, wenn sie auf verantwortungsloses Umweltverhalten hingewiesen werden.
Niemand kann sich aber der Morpho-Genesis der Felder entziehen, an denen er partizipiert (beteiligt ist, Red.). Entsprechend ihrer materiellen Orientierung nehmen bei diesen Menschen Verhärtungs- bzw. Elastizitätsabnahme - Erkrankungen rasch zu: Verschlackung, Mochlose (zunehmende Zähigkeit statt Fließfähigkeit, Red.), Gel-Zustände, Krebs, Rheuma, Arthrose, Glaukom, Hirnabbau.
Aber auch Jene, die sich der beschriebenen Zusammenhänge bewußt sind und sich einer alternativen Lebenshaltung und -weise befleißigen, leben in immerwährenden Widersprüchen, und niemand kann sich dem entziehen. Als Verbraucher nützt und fördert jeder Mensch mehr der weniger die umweltschädlichen und die Entfaltung geistigen Potentials blockierenden Märkte wie zum Beispiel: Massentierhaltung, Flugverkehr, mobiles Telefonieren, Fernsehen, unnötiges Autofahren, Warenverkehr für nicht-saisonale Nahrungsmittel, Papierverschwendung, Textil-Billigimporte, Treibhäuser, unnötigen Stromverbrauch, Wasserverschwendung, Verpackungsindustrie, Müllproduktion, und vieles andere mehr.
Wenn man diese Tendenzen in der Gesamtgesellschaft
betrachtet, wird die derzeitige
Vulnerabilität (Verletzlichkeit,
Red.) des Ganzen deutlich: Verletzlich ist
zunächst die körperlich-seelisch-geistige
Integrität der vielen einzelnen Menschen, die sich
von den die Gesellschaft umwälzenden Kräften
anrühren lassen. Labil ist aber auch das
gesamtgesellschaftliche Gleichgewicht der materiellen
und geistigen Kräfte, deren Wirken immer über
konkrete Personen vermittelt wird. Kritische
Labilitätsphasen durchlaufen aber auch die
wirtschaftlichen, politischen und militärischen
Bedingungen in den verschiedenen Ländern. Wenn man
diese divergenten (auseinanderstrebenden, Red.)
Imponderabilien (Unwägbarkeiten, Red.) vor
Augen hat, wirkt es immer wieder höchst
erstaunlich, dass globale Katastrophen bislang
ausgeblieben sind. Vielleicht „sollen“
Menschen „zufällig“ tatsächlich
den Weg des oben skizzierten Kindes beschreiten
können, welches sich aus dem elterlichen Schatten
der Bindung an Materie und Elektrizität entfernt
und eine neue Realität aufbaut.
Visionäre Prognose
„In-Form-ationen“ bis hin zu Spirituellem, also bisher Nicht-Messbares, werden die Zukunft der Menschheit bestimmen. Die bisher noch bestehende Trennung zwischen materieller Alltagsrealität auf der einen Seite und geistigen Orientierungen auf der anderen Seite wird kleiner werden, sich eventuell aufheben. Damit wird die bisher auf materielle Abläufe und Umsätze orientierte Technik neue Errungenschaften auf der Basis und mit Anwendung von Vakuumenergie hervorbringen. So wird der ausbeuterische Verbrauch fossiler und materieller Energie enden. Dies erlöst die Menschheit aus der zwanghaften Bindung ihrer Lebens-, Mobilitäts- und Kommunikationsweisen an den Umsatz und den Verbrauch von stofflicher Materie und die damit verbundene Beschränkung der Anwendungsformen. Kommunikation und Telekommunikation wird nicht mehr allein auf die Übertragung über Drähte angewiesen sein und auch nicht auf Energie, die durch andere materiell erzeugte und mit heutigen Instrumenten messbare Impulse entstanden ist. Die uns bevorstehenden Veränderungen werden wahrscheinlich umfassender sein und ein für uns heute unvorstellbareres Ausmaß erreichen als jene, die sich seit 1898 bis jetzt ereignet haben. Schon durch den Wandel in den letzten hundert Jahren (Motorverkehr, Elektrizität, Elektronik) ist die Welt entgegen vieler Prognosen nicht untergegangen, sondern hat sich in einem Ausmaß verändert, das vorher unvorstellbar war. Der bevorstehende Wandel wird noch größer und umwälzender sein.
Die künftige Entwicklung wird durch die Nutzung magischer, mystischer, spiritueller Kräfte gekennzeichnet sein sowie durch deren technische Vernetzung mit den uns durch heutige Computertechnologie näherrückende und zu erahnende apparative Weiterentwicklungen.
Wenn „das Kind aus dem Schatten tritt“,
wird „es“ die derzeitige Begrenzung auf
elektronische Medien rasch aufgeben: Die Entwicklung
heutiger Computertechnologie wird dann in der
Rückschau nichts mehr gewesen sein als der
Entschluß, sich aufzumachen. Welche Erweiterungen
der Lebenswirklichkeit beim „Heraustreten aus dem
elterlichen Schatten von Materie und
Elektrizität“ erfolgen werden, sind uns
heute so wenig vorstellbar, wie man sich beim
elektrischen Aufleuchten des ersten Glühdrahtes
ausmalen konnte, mit welcher PC-Apparatur dieser Text
einst geschrieben werden sollte.
Worin besteht nun die Aufgabe ganzheitlicher Medizin in dieser Zeit?
Medizin war immer ein Spiegel, oft sogar ein katalysierender (durch seine Gegenwart beschleunigender, Red.) Brennpunkt gesamtgesellschaftlicher Abläufe:
Mit der Ausdehnung des Machbarkeitswahns und der Orientierung am Materiellen in der Gesamtgesellschaft hat sich die materie-orientierte Technik besonders in diesem Jahrhundert auch in der Medizin breit gemacht: Chemische Mittel, Apparatemedizin, deskriptive statt handlungsorientierte Diagnostik (ohne prioritäre (vorrangige, Red.) Therapierelevanz), Transplantationsmedizin und Gentechnik als lokalistische (örtliche, Red.) und monokausal (nur eine Ursache betreffend, Red.) orientierte Ersatzteilmedizin, Behandlung von diagnose-definierten Fällen statt Heilung von Menschen, Ent-Seelung in der Intensivmedizin, und so weiter.
In der Ganzheitlichen Medizin zeichnet sich seit etlichen Jahren, zum Ende dieses Jahrhunderts, ein zunehmendes Gespür für holistische Zusammenhänge ab, es findet eine Synthese schamanistischer Praktiken mit spirituellen Prozessen einerseits und der systematischen Anwendung der auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen erschlossenen technischen Entwicklungen an der Grenzlinie zwischen High-Technologie und transzendentalen Kräften andererseits statt.
Heute noch als „Geistheilung“ deklarierte und eher anekdotisch wahrgenommene Phänomene werden integrale Momente einer neuen Medizin sein und als solche gelehrt werden. Morphogenetische Felder im medizinischen Alltag täglich systematisch einzusetzen, wird zum Kleinen-Einmaleins der Medizin gehören. Die Medizin wird sich der Erforschung von Gedanken-Manifestationen, Materialisations- und Dematerialisations-Phänomenen und -Techniken widmen. Diese könnten sogar zu Schwerpunkten einer neuen Medizin werden.
C.G. Jung hat dies visionär schon in den vierziger Jahren so ausgedrückt: „Ich glaube, dass Heilen auf nicht-materiellem Weg, durch geistige Methoden, eine Zukunft ungeahnter Möglichkeiten hat. Und ich glaube, dass ihr Bereich allmählich über das, was wir heute, zu Recht oder Unrecht, als 'funktionell' bezeichnen, hinauswachsen und auch alles Organische umschließen wird. Ich sehe die Morgenröte einer neuen Zeit vor mir aufleuchten, in der man gewisse chirurgische Eingriffe, z.B. an inneren Gewächsen, als bloße Flickarbeit ansehen wird, voller Entsetzen, dass es überhaupt einmal ein so beschränktes Wissen um Heilmethoden gab. Dann wird kaum noch Raum sein für althergebrachte Arzneimittel! Es liegt mir fern, die Medizin und Chirurgie irgendwie herabzusetzen, ich hege im Gegenteil große Bewunderung für beide. Aber ich habe Blicke tun dürfen in die ungeheuerlichen Energien, die der Persönlichkeit selbst innewohnen und in solche von außerhalb liegenden Quellen, die unter gewissen Bedingungen durch sie hindurchströmen, und die ich nicht anders als göttlich bezeichnen kann. Kräfte, die nicht allein funktionelle Störungen heilen können, sondern auch organisch bedingte, die sich als bloße Begleiterscheinungen seelisch-geistiger Störungen herausstellten.“
Indem die treibenden Kräfte in der ganzheitlichen Medizin eine Medizin praktizieren, die sich bewußt aus den materiellen Bindungen löst und der Machbarkeits-Ideologie nicht weiter blind folgt, werden sie zum Katalysator und zum Kurator Fürsorger, Red.) der Entwicklung des gesundheitlichen, geistigen, energetischen, psychischen und somatischen Potentials für jene, die sich aufmachen, aus dem Schatten der Vergangenheit zu treten und die Fixierung auf die Welt des Materiellen aufzugeben.
Gesellschaftliche Entwicklungen müssen generell von möglichst vielen Berufsgruppen unterstützt werden, wenn sie sich durchsetzen sollen. Neben der Theologie (die institutionalisiert-konventionelle Theologie versagt dabei aber leider weitgehend) hat die Ganzheitliche Medizin in diesem Wandelprozess jedoch eine Schlüsselrolle.
Bei der Analyse des gesellschaftlichen Wandels zum Ende dieses Jahrtausends sind im wesentlichen drei Gruppierungen in der Bevölkerung zu unterscheiden:
Die Antimittel-Medizin stellt ihre therapeutische Strategie in mehreren Bänden in den Lehrbüchern dar. Diese Medizin ist ein erstaunlich exakter Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Grundeinstellung einer anthropozentrischen (den Menschen in den Mittelpunkt setzend, Red.) Welt (Drewermann), deren Administratoren, Politiker, Medien, Wissenschaftler und Techniker die gleiche symptomorientierte antiholistische Haltung praktizieren:
Die Machbarkeitsphilosophie und die aus ihr resultierende Katastrophen-Management-Mentalität in der Gesamtgesellschaft und in der Medizin sind uferlos. Die Grenze ihrer Umsetzung ist nur noch durch Kosten-Nutzen-Analysen gegeben. Menschen, deren Lebensideal in der maximalen Partizipation (Teilnahme, Red.) an diesem Zirkus besteht, suchen und benötigen keine ganzheitliche Medizin. Hier gibt es eine klare Kontraindikation.
Der ganzheitliche Therapeut ist für „Menschen im Übergang“ ein Heiler für körperliche Gebrechen gleichermaßen wie Lehrer im Prozess und Priester im Verweisen auf das spirituelle Ziel. Die Öffnung eines Menschen für seine transmateriellen Kräfte hat immer spirituelle Komponenten und Auswirkungen, und sie induziert einen inneren Entwicklungsweg, der vom Therapeuten gar nicht mehr beeinflußt werden kann, soll und darf. Spätestens an diesem Punkt zeigt sich, dass Heilkräfte auf dieser Ebene, auch soweit sie ins körperliche hineinreichen, nicht vom Therapeuten produziert werden können. Sie werden ihm nur in dem Maße verfügbar und vermittelbar sein, in dem er eine eigene Verbindung zu seinen ihm verfügbaren transmateriellen, spirituellen und göttlichen Kräften aufgebaut hat und aufrechterhält.
Ganzheitliche Medizin ist ein guter und für viele essentieller Weg, auf dem Menschen zur Entfaltung ihres Schicksal-Potentials finden können. Diese Erkenntnis prägt die Einstellung zum Beruf und die Berufspraxis ganzheitlicher Therapeuten.
Dabei ist die konkrete Ausformung der so praktizierten
Medizin immer ein Ausdruck der Persönlichkeit
des Therapeuten selbst, und dies ist gut und
notwendig. So verschieden Menschen, Patienten und
Therapeuten sind, so unterschiedlich sind die Wege zur
Verwirklichung der inneren Entwicklung und zum
Heilwerden an Leib, Seele und Geist.
Zur Grundhaltung ganzheitlicher Therapeuten
Wenn ganzheitliche Therapeuten zusammenarbeiten, sollten sie sich bei aller Unterschiedlichkeit der Persönlichkeitsmerkmale, Ausbildungsschwerpunkte, Praxisbesonderheiten und Arbeitsstile in der Beurteilung der skizzierten philosophischen Sichtweise einig sein. Dies bringt eine Einigkeit im Sehnen nach der Verwirklichung göttlicher Liebe im konkreten Berufsalltag mit sich. Gemeinsam ist den Mitgliedern dieses Berufsstandes die Berufung, den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel der Gesellschaft im oben beschriebenen Sinne katalytisch zu unterstützen. Ihre Aufgabe sehen sie darin, die in der Phase des Wandels von körperlichen, seelischen und psychosomatischen Gebrechen belasteten Mitmenschen auf ihrem Weg des Zugangs zu inneren / spirituellen Kräften zu stützen und bekräftigen.
In der Ausbildung ganzheitlicher Therapeuten gilt es, den Praxisalltag im geisteswissenschaftlichen Licht auf seine Integrität hin zu hinterfragen, die eigenen Leitgedanken zu reflektieren, neue Entwicklungen unter diesem Blickwinkel zu prüfen, und auch umgekehrt immer wieder in Frage zu stellen, wieweit die Leitmotive im Hinblick auf neue Erkenntnisse modifiziert werden sollten.
Das „Durchscheinen des eigenen Wesens“ (Prof. Dr. K.F. Graf Dürckheim: „Der Durchbruch zum Wesen“) der Therapeutenpersönlichkeiten sowie das Durchscheinen der ethisch-spirituellen Orientierung soll und muß in der praktischen Arbeit deutlich werden. Dies bezieht sich sowohl auf die Wahl der Untersuchungsmethoden als auch auf die Behandlungsmethoden und auf die Art, wie sie durchgeführt werden. Die Entsprechung des Ziels spiegelt sich auch in der persönlichen Lebensführung des Therapeuten, in seiner Ernährung, seinem Freizeitverhalten, seinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch im kollegialen Umgang, der interkollegialen Kommunikation, in der Zusammenarbeit mit den Angestellten, bis hin zur Patientenführung durch den Betriebsablauf muß sich die gegenseitige Achtung und die Grundhaltung niederschlagen, in der das Göttliche im Nächsten gesehen wird.
Die Achtung des Anderen als letztlich göttliche Besonderheit soll in den genannten Alltagsbeispielen (Kollegialität, Mitarbeiterverhältnis, Patientenführung) immer wieder „durchscheinen“. Ob dies deutlich wird, ist ein Prüfstein für die Integrität für jeden Kollegen gegenüber seinen Patienten, gegenüber den Kollegen und gegenüber sich selbst.
Hermann Hesse hat diese Achtung vor den Menschen brilliant formuliert: „Jeder Mensch ist nicht nur er selbst, er ist auch der einmalige, ganz besondere, in jedem Fall wichtige und merkwürdige Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch, solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig“.
Autor:
Dr. med. Karl-Heinz
Braun-von Gladiß
Arzt für Allgemeinmedizin