​Abschluss an der englischen Radionikschule

Radionikschule – das Abschlussverfahren

Nach drei Jahren Radionikstudium an der Radionikschule in England bekommt man eine Anforderungsliste für die Abschlussprüfung. In dieser Liste werden zunächst einmal fünf Exemplare der Abschlussarbeit gefordert – drei für die drei Prüfer, eine für das Archiv der Radionikschule und eine für einen selbst. Die Arbeit muss spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin bei den Prüfern sein, damit diese sich einarbeiten können. Und eines sei gesagt, dünn ist die Mappe nicht, die man diort einreichen muss.

Radionikschule – die Prüfungsunterlagen

Der Radionikstudent ist den Prüfern und Prüferinnen vollkommen unbekannt. Das stellt sind einmal die Unabhängigkeit der Prüfungskommission von der Radionikschule sicher, andererseits kann so eine durch Bekanntschaft oder gar Freundschaft unfaire Voreteilsnahme ausgeschlossen werden. Das Prüfungsmaterial enthält deswegen zunächst einmal einen Lebenslauf. In meinem Fall war für die Kommission von Interesse, wie die Radionik in Deutschland gesetzlich geregelt ist und daher hatte ich meinem Lebenslauf – nach einer etwas ausführlicheren Entschuldigung wegen meines damals noch nicht so perfekten Englischs – eine kleine Exkursion in deutschem Recht (meist Texte und Interoretationen aus dem Heilpraktikergesetz, das in Deutschland höchstrichterliche Urteil zur Geistheilung gabe es damals noch nicht) voran gestellt.

Im Material muss ein wenigstens einigermaßen abgeschlossener Fall diskutiert werden. Alle Aspekte sollen sowohl aufgeführt, als auch die Überlegungen, die zu radionischer Handlung führen, genannt werden. Wie gesagt – kein Mitglied der Prüfungskommission kennt den hoffnungsvollen Aspiranten. Um beurteilen zu können, was er sich bei was gedacht hat, müssen daher die Überlegungen dazu mit aufgerührt werden. In einem Vorwart dazu werden die Eingangsbedinungen geschildert – weswegen kommt der Klient, was ist seine Vorgeschichte, was erhofft er sich usw. Dazu kommt die Diskussion der Fallgeschichte sowie deren Besprechung mit dem Klienten als Schilderung.

Dem folgt nun das ausgefüllte Analyseblatt, bzw., die ausgefüllten Analyseblätter, falls der Fall länger als 4 Monate gedauert hatte. In diesem werden alle Analyseergebnisse (auch die der Ursachen) offen gelegt. Alle radionischen Behandlungen – an welchem Datum welche Behandlungen wie lange mit oder ohne Farbe – durchgeführt wurden, mit den dazu gehörenden Überlegungen bzw. Pendelergebnissen werden in Listenform aufgeschlüsselt und stehen so zur Diskussion bereit.

Die Egebnisse werden ja stets mit dem Klienten diskutiert. Daher sind in der Akte auch alle Klientenbriefe und natürlich auch die entsprechenden Antworten – die wiederum zu weiteren Überlegungen und Pendelabfrragen führen – enthalten. In einem radionischen Tagebuch wird sowohl über die Behandlungen als auch über die Kontakte mit dem Klienten, die Pendelabfragen und dewren Ergebnisse berichtet. Die Symptomenberichtsblätter werden ausgewertet und mit den entsprechenden Behandlungen in Zusammenhang gebracht. In meinem Fall hatte ich beispielsweise eine Klientin mit zu hohem Blutdruck ausgewählt. Es versteht sich von selbst, dass in meinen Berichten immer wieder der aktuelle Blutdruck eine Rolle spielt.

Das ist jedoch nicht alles, was die Prüfungskommssion interessiert. In den letzten drei Semestern wurden wir angehalten, ein radionisches Tagebuch zu führen. Darin sollte alles enthalten sein, was wir radionisch unternommen hatten.

Eine weitere Liste zeigte alle während des Verlaufs des dreijährigen Studiums der Radionische Kunst behandelten Klienten, sowohl die Erfolge als auch die Misserfolge, die Bahandlungsdauer, sowie die Anzahl der Klienten in jedem Monat. Eine Tabelle listete alle behandelten Erkrankungen auf, die vorgekommen waren. Insgesamt blickte ich auf 18 erfolgreiche Behandlungen und zwei nicht erfolgreiche Behandlungen innerhalb dieser drei Jahre zurück.

Die nächste Liste befasste sich mit allen Veranstaltungen, die im Zusammenhang mit Radionik und angelehnten Themen besucht wurden und die Liste danach mit aller radioinschen Literatur, die ich in diesem Zeitraum gelesen hatte. Die – zum Glück – letzte Liste zeigte meine nicht unter die genannten Themen gefallenen radionischen Aktivitäten. Ohne es zu wissen hatte ich mich schon auf meine radionische Zukunft vorbereitet und alle mir zugänglichen Radionikraten in eine Computerdatenbank geschreiben und sie gleichzeitig ins Deutsche übersetzt. Bereits ein halbes Jahr später eröffnete ich die Deutsche Radionikschule. Doch ich greife vor.

Der vorletzte Punkt der Prüfungsmaterialien bestand aus Formularen, Briefkopf, Auftragsformular, Fallgeschichte usw. Sie waren fast wörtliche Übersetzungen der englischen Vorbilder und in diesem Fall in deutscher Sprache beigefügt, weil die Kommission ja schließlich auch sehen wollte, dass man dem radionischen Alltag gerüstet gegenübertreten konnte.

Letzte Station der Präsentationsmappe für die Prüfung an der Radionikschule ist stets der Aufsatz. Nach drei Jahren Radionikausbildung will man unter dem Titel ‚Meine Sicht der Radionik‘ genau wissen, was der Prüfling von seiner erlernten Profession hält, wie er sie im Konzert mit anderen Disziplinen einschätzt und wie er sie in Zukunft einsetzen will. Sollstärke des Aufsatzes sind ca. 5.000 Wörter, meiner endete schließlich bei 16.000 Wörtern. Meine gesamte Mappe hatte einen Umfang von 64 DIN A4 Seiten.

Meine Prüfung an der englischen Radionikschule empfand ich als simpel. Neben den üblichen Floskeln, um sich besser kennenzulernen, drehte sich alles um die jahrelang eingeübten Techniken und um deutsche Besonderheiten, zum Beispiel in der Gesetzgebung des Landes. An diesem Tag waren zwei Prüfungen angesetzt. Mit mir bestand mein Freund Tom Kay MRadA die etwas einstündige Befragung. Er war wie ich der Einzige aus seiner Anfängergruppe, die ein halbes Jahr vor der meinen startete, der das Studium bis zum Abschluss durchgezogen hatte.

Uns befiel natürlich eine Art Wehmut, nicht mehr zu den halbjährlichen Treffen kommen zu müssen, aber andererseits stand uns natürlich nun die radionische Welt offen. Im Zuge der Eröffnung meiner Deutschen Radionikschule bin ich noch öfters hingefahren und habe mir die neuesten Entwicklungen in der Ausbildung zeigen lassen. Aber auch das schlief schließlich ein, denn es bleibt einfach keine Zeit mehr für außerplanmäßige ‚Ausflüge‘.

Natürlich entscheidet die Prüfungskommission nicht, ob man den Titel bekommt. Sie ‚empfiehlt‘ die Verleihung. Am 15. Oktomer 1993 fand dann die nächste Hauptversammlung der englischen Radionikgesellschaft statt. Hier wurde entschieden, mir den Titel zu gewähren. Er ist mit der Vollmitgliedschaft in der Gesellschaft verbunden. Das Bild zeigt die Ernennungsurkunde der Radionikschule mit deren Siegel.

MRadA-Urkunde

Claudio Romanazzi

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(​​Claudio Romanazzi)

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(1) comment

Graham 23. März 2011

Super Seite, gefaellt mir sehr.

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