Konzentration auf das Wesentliche

Neulich sprach ich mit einer zukünftigen Schülerin. Sie schilderte mir ihre Erlebnisse beim Kennenlernen der vielen verschiedenen Radioniksysteme, das Gebaren der Verkäufer, die vielen Versprechungen und – last not least – deren Schilderungen der vielen tollen Eigenschaften des jeweiligen Systems.

Natürlich wird dann auch immer eine Vorführung gemacht, die das alles beweisen und den Interessenten zum Käufer machen soll. Heraus kommt – je nach dem – eine Sammlung von vordergründig relevanten Ergebnissen, die – projiziert – dafür sorgen sollen, dass es dem Probanden besser geht.

In dem Fall, den mir meine Schülerin erzählte, bestand der Output des Systems aus 100 (!) DIN A4 Seiten. Jetzt mag ja Mancher sagen, „Hurra, endlich mal eine umfassende Analyse, die alle nur möglichen Aspekte erfasst und jede Eventualität berücksichtigt.“ Der Praktiker wird jedoch etwas ganz Anderes sagen, nämlich: „Um Gottes Willen, wer soll denn das lesen und seine Schlüsse daraus ziehen. Das ist nicht mehr praktikabel.“

Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen und rechnen mal auf A5 Seiten um. Dann hätten wir ein Buch von ca. 200 A5 Seiten. Um ein solch umfangreiches Buch mit Romaninhalt zu lesen, braucht ein versierter Leser zwischen zwei und vier Stunden. Hier haben wir jedoch Fachliteratur vorliegen, das Studium einer solchen Schrift würde demnach noch viel länger benötigen.
Gar nicht rechnen brauchen wir hier, dass man die vielen Daten ja auch noch in Beziehung setzen muss, um aus den Ergebnissen das Bestmögliche herauszuholen. Zwischenfazit: eine solche Liste ist für die Praxis unbrauchbar!

Ich vermute, dass der betreffende Verkäufer entweder nicht gut genug geschult war, seine Schulung ignoriert und damit das Prinzip nicht verstanden hatte oder einfach durch die schiere Masse an Informationen punkten wollte. Mir gibt eine solche Schilderung Anlass, mal darzulegen, wie man radionisch richtig analysiert.

Dabei gibt es zwei Verfahren. Das eine befasst sich mit den Systemen, die auf Zufallsgeneratoren basieren, das zweite ist die klassisch-radionische Analysemethode mit Pendel, Rute oder Reibeplatte.

Bei den Systemen mit Zufallsgeneratoren gibt es einen Trick, um die ‚richtigen‘ Datenbanken auszuwählen. Man erstelle eine eigene Datenbank, die alle Titel der im System vorhandenen Datenbanken enthält und lässt den Computer die besten auswählen, die für die zu erstellende Analyse in Frage kommen.

Das liest sich zunächst einfach, ist jedoch auch gar nicht so ohne. Denn dazu muss man sich zunächst darüber klar werden, was man eigentlich analysieren will. Es geht nicht, einfach zu sagen: „Lieber Computer, ermittle mir doch bitte die besten Datenbanken für das Problem von Klient X.“ Wenn man überhaupt von Wissen sprechen kann, so weiß der Computer jetzt ja immer noch nicht, ob es um die Auflösung oder die Identifikation der Probleme geht – da muss man schon genauer werden.

Daher sollte der Anwender von Zufallsgeneratoren gesteuerter Systeme bereits hier genau abwägen, was er braucht und dies beim Durchlauf auch mitteilen. Sonst wären die erhaltenen Ergebnisse unbrauchbar.

Doch gilt es nun, weitere Voraussetzungen zu beachten. Um mit diesen Systemen arbeiten zu können, muss man Kenntnisse über die Inhalte der Datenbanken haben, denn sonst kann der Zufallsgenerator nicht vom Anwender ‚gesteuert‘ werden (siehe dazu meine Radionik Fibel).

Nehmen wir dazu ein Beispiel: eine Datenbank über Baubiologie eines bekannten Herstellers enthält ca. 3.000 Einträge. Um nun ‚gescheit‘ aus der Datenbank auswählen lassen zu können, muss der Anwender einen Begriff all dieser 3.000 Einträge haben, sonst wird das nichts (= kommt nur Zufall heraus!). Mit anderen Worten, ohne sich in einer ausgewählten Datenbank wie in seiner Westentasche auszukennen, kann ein per Zufallsgenerator gesteuertes System nicht optimal genutzt werden.

Nehmen wir nun an, dass sich ein Anwender ‚gut ausgerüstet‘ hat und neben den drei Grunddatenbanken noch 20 weitere eingekauft hat. Eigentlich müsste nun die Arbeit beginnen, Bedeutung in all diese Inhalte zu bringen, sich Kenntnisse darüber anzueignen und es so erst möglich zu machen, gut zu arbeiten. Das geschieht meines Wissens jedoch überhaupt nicht und so wird Tag um Tag, Woche für Woche Datenmüll ohne Ende erzeugt.

Wie könnte man das verbessern? Nun, das wird von den Wenigen, die um diese Problematik wissen, so gelöst. Im System befinden sich nur wenige Datenbanken. Deren Inhalte sind – wie Familienmitglieder – sehr gut bekannt und haben für den Anwender eine Bedeutung. Wenige Datenbanken meint maximal fünf, besser nur drei (!), denn viel mehr wird man sich nicht zu guten Bekannten machen können, wenn man nicht Multi-Spezialist werden will. Datenbanken sollten auch nicht zu viele Einträge haben, damit die Bedeutungen überschaubar bleiben, zum Beispiel die Datenbank über Bachblüten.

Wer unter diesen Voraussetzungen eine Analyse erstellt, wird eine überschaubare Ergebnisliste erhalten, deren Einträge für den Anwender von Bedeutung sind. Er kann sie – wie ein Buch – hintereinander weg lesen und die Bedeutungen in Beziehung setzen und damit seinem Klienten ein Ergebnis vorweisen. Dieses muss zwar immer noch übersetzt und dem Klienten mundgerecht gemacht werden, denn der hat ja nicht die Kenntnisse des Anwenders, das ist jedoch bei der überschaubaren Information nicht mehr schwierig.

Als Beispiel möchte ich hier die Zusammenfassung eines Vortrags aus einer der sieben Tagungen der Deutschen Radionischen Gesellschaft schildern. Der Referent (leider kann ich mich nicht mehr an den Namen erinnern) ist eigentlich Masseur. Ein Freund bat ihn um radionische Unterstützung bei der Markteinführung eines Mobiltelefons. Er wollte im ersten Jahr 200.000 Stück davon absetzen.

Es wurde eine Analyse der Eigenschaften des Handys mit nur drei Datenbanken (u. A. Bachblüten und Heilsteine) durchgeführt. Jetzt galt es, aus den Ergebnissen den ‚Roten Faden‘ zu erkennen. Fragestellung: „Welche Ähnlichkeiten, ggfs. auch Gleichheiten, ergeben sich in den Ergebnissen der abgefragten Datenbanken?“ Nun, in den Ergebnissen zeigte sich eine Tendenz zu Altersproblemen, zum Beispiel Verkalkung, Versteifung, Unflexibilität usw. Da ja Bachblüten und Heilsteine für therapeutische Zwecke verwendet werden, schloss der Kollege daraus, dass das Mobiltelefon für Menschen geeignet ist, die mit den therapeutischen Eigenschaften der ermittelten Inhalte zu tun haben – ältere Menschen eben.

Der Referent riet daher zur Ausrichtung der Werbung für Senioren und der Erfolg gab ihm Recht. Im ersten Jahr wurden nach seinen Angaben, soweit ich mich erinnere, ca. 196.000 Exemplare verkauft, fast eine Punktlandung!

Fazit: So – genau so – wird Radionik mit Systemen, die auf Zufallsgeneratoren basieren, durchgeführt. Es gilt, den Roten Faden in den Ergebnissen zu finden, nur so hat man eine Chance, dem Zufall zu entkommen.

Zusammenfassung: im ersten Teil unserer kleinen Serie über die Radionikanalyse wurden Gedanken zur Analyse mit Systemen, die auf Zufallsgeneratoren basieren, präsentiert. Die Möglichkeiten solcher Systeme wurden analysiert und auf Brauchbarkeit abgeklopft. Ein mögliches Erfolgsszenario wurde aufgebaut und mit Beispielen unterlegt.

Im zweiten Teil werde ich die Analyse der klassischen Radionik entsprechend untersuchen und auch deren Vor- und Nachteile schildern.

Ganz zum Schluss sei noch der Hinweis gestattet: eine Radionikanalyse ist kein fest vorgeschriebenes Verfahren, ganz im Gegenteil. Als Geistesdisziplin sollte sie stets auf den individuellen Anwender angepasst werden. Jeder Anwender sollte sich daher Gedanken darüber machen, wie er seine persönliche Radionikanalyse gestaltet und damit für sich optimiert. Letztlich geht es darum, mit möglichst wenigen Mitteln maximale Ergebnisse zu erzielen. Datenwüsten in der Radionik zu erzeugen, das ist heute keine Leistung mehr – werthaltige Daten zu erhalten, das ist die Kunst.

Claudio Romanazzi

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(​​Claudio Romanazzi)

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(4) comments

Weilhammer 1. Juli 2014

Das mit den Datenbanken kann ich mir nicht gut vorstellen bei der Radionik. Ich teste meine Dinge systematisch ab, wie z.B. Meridianblockaden. Bei diesen DIN A4-Seiten bin ich derselben Meinung: praktischer Anwender der Radionik brauchen kurze präzise Anleitungen. Das wie und warum interessiert da keinen. Die persönliche Radionikanalyse ist gut, für sich selbst, einen Plan zu kreieren, um systematisch vorgehen zu können.

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Rudolf Bösch 1. Juli 2014

Meiner Meinung nach ist die richtige Hinterfragung entscheidend um dann dementsprechend reagieren zu können. Ich glaube auch daß ein guter Radioniker ohne ein Computerprogramm auskommt. Wichtig ist sicher auch ein gutes anatomisches Wissen und eine hohe Sensibilität die man sich durch Bioenergetik und Eutonie und Zen aneignen kann. Für einen gesunden Menschen ist sicher ein gut arbeitendes Drüsensystem entscheidend und seine positive Lebenseinstellung

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Günter Haug 3. Juli 2014

Hallo Claudio,
ich möchte zu den Ausführungen über die Anwendung von Zufallsgeneratoren noch folgendes anmerken:
Es genügt meiner Meinung nach nicht, einfach eine oder mehrere Datenbanken auszuwählen und dann auf das Knöpfchen zu drücken. Aufgrund von hunderter Auswertungen, die ich mit eigenen Datenbanken gemacht habe und eine sehr hohe Trefferquote bei den Analysen erreiche, glaube ich, dass es wichtig ist, sich mental auf die Thematik einzustellen, eine entsprechende Absicht (Frage) zu formulieren und dann die Analyse zu starten. Entsprechende Techniken vermittle ich übrigens auf meinem Workshop im Oktober.
Was die Anzahl der Datenbanken anbelangt, denke ich, dass es mehr als drei sein dürfen. Allerdings gehe ich konform mit der Aussage, dass die Inhalte bekannt sein müssen und auch die Lösungswege. Ich gehe da so weit, dass ich mich bevor ich die Analyse weitergebe und bespreche, mir Gedanken mache, wie denn die Lösung speziell für die Branche des Auftraggebers aussehen kann.

Beste Grüße
Günter Haug

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    Claudio Romanazzi 3. Juli 2014

    Jo Günter, so war das auch nicht gemeint, das mit den Datenbanken auswählen und Knöpfchen drücken. Das war für Leute, die eben 20 und mehr davon im System haben und trotzdem keine wirkliche Ahnung von dem haben, was sie da machen. Nach der Auswahl müsste für diese dann zunächst das Studium der Datenbanken kommen, bevor sie ‚gescheite‘ Ergebnisse bekommen können.
    Und – da hast du vollkommen recht – es muss die Absicht der Analyse auf den Punkt präzisiert werden, sonst nutzt auch die beste Datenbank nichts. Das ist wie ein Anvisieren eines Ziels.

    LG Claudio

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