Ein Tag in der Radionikschule

By Claudio Romanazzi

Feb 04

Die englische Radionikschule stellt sich vor

Die vorige Folge schloss mit dem Zubettgehen nach der Ankunft. Der neue Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück im Speisesaal. Je nach dem wie lang (oder kurz) die Nacht war, tröpfeln die Teilnehmer der Radionikschule und damit des Studyweekends (Studienwochenendes) herein, und halten nach anderen mit den gleichen Brustschildchen Ausschau. Denn oftmals sind auch andere Gruppen am Seminarort, ich habe da im Verlauf meines Radionikstudiums schon viele gesehen, angefangen von Astrologen bis Hausfrauengruppen und Kriegsveteranen. Der Tag beginnt also gleich mit radionischem Fachsimpeln, je nach Ausbildungsstand aktiv oder mit riesigen Ohren nur lauschend oder Anfängerfragen stellend.

Das Früstück ist typsch englisch – wenn man sich darauf einlassen kann, gebackener Speck, Toast und Bohnen, wenn man mag. Um 9 Uhr geht es zur Generalversammlung,, in der der Tagesplan der Radionikschule bekannt gegeben wird. Sie findet immer in einer Art großem Flur statt, in dem auch ein Fachbuchhändler seinen Stand aufgebaut hat. Vom Flur gehen die meisten Klassenräume ab, um andere zu erreichen, muss man das Gebäude wechseln.

Insgesamt gibt es sechs ‚Klassen‘ (Semester 1 – 6) und zwei Prüfungsgruppen (Licentiate [Vordiplom] und MRadA [Hauptabschluss]) innerhalb der Radionikschule. Bei ca. 50 Teilnehmern darf man sich natürlich nicht vorstellen, dass die Klassen voll waren. Ich begann mit einer Gruppe von weiteren fünf Anfängern und war schließlich der Einzige, der seinen Abschluss machte – zusammen mit meinem Freund Tom Kay MRadA, der sechs Moante vor mir anfing und ebenfalls der Einzige seiner Gruppe war, der sein Studium an der Radionikschule vollendete.

Nun, ich zog also mit meinen Studienkollegen in den jeweiligen Klassenraum ein, in dem sich ein Tutor bereit hielt, uns das Handwerk der Radionik beizubringen. Jede Stunde dauerte eine Zeitstunde und davon gab es vormittags und nachmittags je drei. Die Stunden gingen immer sehr schnell vorbei. Sie waren angefüllt mit Theorie und Praxis und jeder konnte alle Fragen stellen, die ihm einfielen. Oftmals wurde uns die Antwort mit Hinweis auf unsere noch nicht so richtig fortgeschrittene Radionikbildung verweigert und auf später verwiesen, was speziell mich immer sehr betrübte. Trotzdem, meist saßen wir einfach nur da und genossen staunend die vielen Möglichkeiten, welche sich uns zunehmend eröffneten.

Die Inhalte der Stunden der Radionikschule wurden am Ende des Studyweekends als Mappe ausgehändigt. Damit konnten wir alles nochmals nachlesen und die durch eventeuelle Unaufmerksamkeiten entgangenen Inhalte nachholen. Dieser Hefter bildete in dem darauf folgenden Halbjahr unsere Bibel. Der Inhalt wollte schließlich in die radionische Alltagsarbeit mit einfließen und zur Selsbtverständlichkeit werden.

Nach den drei Vormittagsstunden trat eine einstündige Pause bis zum Mittagessen ein. Viele legten sich hin, andere gingen spazieren und erkundeten die Gegend. Die meisten jedoch versuchten, so viele der offenen Geheimnisse wie nur möglich aufzuschnappen und oftmals sah ich Kollegen und Kolleginnen mit Stift und Papier Notizen machen. Es ging um Adressen, Telefonnummern (das Internet steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und war kein Thema), Namen und Disziplinen, die man eventuell in die Radionik integrieren könnte. Viele meiner Notizen haben zu wertvollen Kontakten bis nach Australien und die USA geführt. Natürlich sind andere auch im Sande verlaufen. Nichts desto Trotz – das war eine spanndende Sache. Es herrschte Aufbruchstimmung, man träumte von den phantastischen Möglichkeiten der Radionik und konnte es kaum abwarten ebenfalls – so wie die fertigen Radioniker – das gesamte Register zu ziehen und Radionik in der Praxis auszuüben.

Zum Mittagessen traf man sich dann wieder, setzte sich in immer wieder wechselnden Gruppen zu sammen und fachsimpelte über dies und das. Dabei durften auch Randthemen nicht fehlen, denn einige kamen von weit her (zum Beispiel aus Südafrika oder Japan) und man wollte wissen wie das Leben dort so war. Dem nachmittäglichen Absacken wirde mit einer weiteren Stunde Pause begegnet, dann folgte die zweite Gruppe von drei Stunden Unterricht an der Radionikschule.

Die Radionikschule am Abend

Am Abend ist man dann doch ziemlich geschafft und so sind bei den Treffs an der Bar nach dem Abenessen so gegen 19.00 Uhr nicht mehr alle anwesend. Der harte Kern jedoch – zu dem ich mich auch zähle – ist immer da, stellt sich Diskussionen, gibt Auskünfte und holt natrürlich auch welche ein. In der englischen Radionik ist es übriges üblich, frei weg alle ‚Geheimnisse‘ zur Verfügung zu stellen. Als ich mit meiner Ausbildung fertig war und auf gleicher Augenhöhe sprechen konnte, habe ich das oftmals erlebt. Ich erinnere mich daran mit großer Dankbarkeit, denn zu dieser Zeit war der deutschsprachige Raum eine radionische Diaspora. Es gab praktisch nichts. Da kam mir die Unterstützung aus der Kollegenschaft und der Radionikschule gerade recht.

So gegen 22.00 Uhr, zu der Zeit, bei der in England auch die Pubs schließen, schloss auch die Bar dort. Man verabschiedete sich bis zum nächsten Morgen und fiel sozusagen ins Bett, um sich tief und traumlos schlafend fit für den nächsten anstrengenden Tag an der Radionikschule zu machen.

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