Nichts

Radionik und Arbeitslast

von Claudio Romanazzi

Ja, auch das gibt es – RadionikerInnen, die über ein Zuviel an Aufträgen stöhnen. In diesem Beispiel fragt die Kollegin gleich nach einem neuen Gerät, das ihr die Arbeit abnehmen kann.

F.: Mir wächst die Arbeit etwas über den Kopf und ich wollte Dich mal fragen ob es noch etwas gibt was, mir die radionische Arbeit einfacher macht bzw. etwas abnehmen kann. Gibt es auf dem Markt ein Gerät, welches Du mir empfehlen kannst ?

A.: Tjo, das wirklich Einzige, das ich dir empfehlen kann, ist, deine Verfahren noch weiter zu vereinfachen. Geräte nehmen dir nur deine persönliche Entwicklung ab, nicht jedoch die Arbeit, denn du musst dich ja auch einarbeiten und dann im Rahmen des neuen Radionikgerätes arbeiten. Ich habe auch mal so einen Ausflug gemacht und musste einen herben Rückgang der Effektivität hinnehmen (was ich mir natürlich nicht habe gefallen lassen und darauf hin das Teil schnellstens entsorgte).

Ich predige auch immer wieder meinen Schülern in den höheren Semestern, dass sie schauen sollen,

1. dass die Ursachen höchster Qualität sind (damit fallen Ursachen, die sonst aufgefallen wären, einfach weg),
Kommentar: in der professionellen Radionik wird meist streng nur an den Ursachen gearbeitet, da nur das nachhaltigen Erfolg bringen kann. Arbeitet man vorwiegend an Symptomen, wird man sehr wenig Erfolg haben, bzw. die Symptome sonst wohin verschieben. In der Radionikanalyse werden die Ursachen ermittelt und in eine Reihenfolge gebracht (Hierarchierung), die es ermöglicht, Abhängigkeiten zu erkennen und entsprechend auszunutzen.

2. dass nur in den höchsten Ursachenebenen gearbeitet wird (beste Effektivität),
Kommentar: d.h., wenn man nur die Ursachen radionisch angeht, an denen die meisten Unterursachen dran hängen, werden diese Unterursachen von alleine in sich zusammen fallen – man muss sie also gar nicht erst anfassen. In der Praxis bedeutet das einmal, dass man Arbeit einspart, aber andererseits auch, dass die Hauptprobleme (Ursachen) zuerst einmal benannt werden und damit auch mit dem Klienten besprochen werden können und dadurch für ihn teilweise erst wahrnehmbar werden. Dabei kommt es für diesen oftmals zu einigen Aha-Erlebnissen, da die Zusammenschau vor der Radionikanalyse so nicht möglich war.

3. dass du gar nichts persönlich nimmst (du fühlst dich dadurch nicht verpflichtet, Extraarbeit in den Fall reinzustecken, welche sowieso nichts nutzt, weil die Entwicklung des Klienten hinterherhinkt).
Kommentar: oftmals ist es ja so, dass man einmal ein persönliches Verhältnis zu seinen Klienten entwickelt, das einer möglichst objektiven Haltung entgegen steht. Dadurch ist es gerade auf dem intuitiven Sektor möglich, dass so ermittelte Werte an Qualität verlieren und damit weniger brauchbar werden.
Die andere Seite ist, dass man einen (nicht sehr nützlichen) Ehrgeiz entwickelt, der auch wieder der Ermittlung ‚anständiger‘ Werte entgegen steht. Es ist nunmal eine Tatsache, dass wir als Radioniker nur Hilfestellung geben, nicht jedoch das Leben der Leute für sie leben können. Das müssen sie schon selbst machen und damit ist ein Gefühl der persönlichen Verantwortung für das Wohlergehen des Klienten absolut nicht angebracht.

Du kannst auch darüber nachdenken, die linke Körperkurve (Abweichung von funktioneller Perfektion) wegzulassen und nur die rechte zu erstellen, um den Ist-Zustand zu ermitteln. Kommentar: in der klassischen Radionik werden bei der Radionikanalyse zwei Kurven erstellt: eine Kurve beinhaltet die Messwerte ‚Abweichung von funktioneller Perfektion‘ (perfekt ist die Funktion, wenn gesundes Gewebe in einem gesunden Körper vorliegt – hier wird also die Abweichung davon gemessen) und die Kurve der jeweils schlechtesten Punkte (Beispiel: Haut – Abweichung von funktioneller Perfektion = 20 [also relativ ok], für einen Pickel auf der Nase [ der schlechteste Punkt der Haut] jedoch 60 [also relativ viel Abweichung]).

Alle Ausreißer wären dann zu besprechen/behandeln (je nach Pendelaussage).
Kommentar: das geht jedoch nur dann, wenn man darin geübt ist einzuschätzen, in wie weit scheinbare Ausreißer auch wirklich Ausreißer sind. Das hat etwas mit dem Alter, der Lebensgeschichte und den Lebensumständen des Klienten zu tun.

Noch einfacher wäre es, wenn du nur die schlechtesten Punkte pendelst, die behandlungs-, bzw. besprechungswürdig sind und damit auf das Zeichnen der Kurve verzichtest.
Kommentar: und hier gilt erst recht, dass eine solide Basis für die Beurteilung der jetzt sehr reduzierten Werte vorhanden sein muss. Sonst kann es zu unsinnigen Fehlbeurteilungen kommen.

Last not least – du musst nicht unbedingt ALLES annehmen, das dir da angeflogen kommt. Das geht wirklich auf das Nervensystem und es sind schon viele Radioniker frühzeitig von uns gegangen, die nicht ZUERST für sich gesorgt haben. Stress – und zwar der, der uns schadet – kommt auf vielen Wegen oftmals unbemerkt zu uns und ‚haut uns letztlich aus den Socken‘, wenn wir nicht aufpassen. Alles an Anfragen annehmen zu wollen, hat viel mit Ehrgeiz (vielleicht auch mit Geldmangel) zu tun, was uns als Radioniker letztlich schadet. Daher bitte ein Vorsorgeprogramm:

1. Pendelfrage: ist es für meinen Stresslevel ok, noch diese Anfrage hinzuzunehmen?
Kommentar: wie oben angedeutet – es muss schon für beide Seiten (Radioniker und Klient) Sinn machen, dass es zu einer Zusammenarbeit kommt.

2. Pendelfrage: ist es für meinen Stresslevel ok, diese radionische Begleitung fortzuführen?
Kommentar: es kommt – so meine Erfahrung – durchaus zu Situationen, in denen der Radioniker die Zusammenarbeit beenden sollte. Das muss man überwachen, damit sich keine schädliche Automatik einschleicht. Es ist schließlich auch die Verantwortung des Radionikers, nur beste Arbeit abzuliefern, und wenn das nicht mehr gegeben ist, die Zusammenarbeit zum Nutzen beider Parteien zu beenden.

3. Pendelfrage: ist es für meinen Stresslevel ok, noch X Minuten/Stunden/Tage dranzuhängen?
Kommentar: oft ist es eine Frage der internen Ordnung des Radionikers, wie viel Forschung man in einen Klienten einfließen lässt. Das sind Zusatzarbeiten, die nicht nur die Neugier befriedigen, sondern auch manchmal Überraschendes zutage fördern, das man auf andere Weise nicht zu fassen bekommen hätte. Meistens (ich gebe zu – nicht immer) hat man das jedoch bereits in der Ursachenanalyse erfasst – vielleicht unter einem anderen Begriff –, es ist uns dann jedoch noch nicht so richtig ins Bewusstsein gedrungen und damit hat die Zusatzforschung ihren Sinn erfüllt. Im Allgemeinen jedoch ist bereits alles Wichtige in der Erstanalyse erfasst worden und damit fällt auch jeder Grund weg, weiter zu insistieren und noch und noch und noch weitere Kleinigkeiten, die mit den großen Ursachen nichts zu tun haben zu ermitteln. Fazit: für die meisten Situationen ist Zusatzarbeit jenseits des normalen Procederes nicht notwendig.

… und gnadenlos ablehnen/reduzieren, wenn ein NEIN kommt.

Fazit: wer sich überlastet fühlt, sollte zuerst in sich gehen, ob das überhaupt nötig ist. Es sind oftmals ganz persönliche Gründe, die einen dazu verführen, immer mehr an sich ziehen zu wollen und damit die Arbeitslast auf ein unerträgliches Maß zu erhöhen. Dem gilt es einen Riegel vorzuschieben und als verantwortlicher Radioniker zu schauen, nur so viel radionische Arbeit an sich heranzulassen, dass die beste Zusammenarbeit mit dem Klienten gewährleistet ist.

Claudio Romanazzi

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(​​Claudio Romanazzi)

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(4) comments

Sabine Krümmer 31. März 2015

Hallo Claudio,
was macht denn das Nacktschneckenprojekt? Ich kann es nicht finden. Ich habe das „Miniermottenprojekt“ an den Rosskastanien.
Der Kastanienbaum knallt im Moment förmlich vor lauter Energie. Leider kann ich im Moment nicht die neuesten Fotos hochladen, meine heimische Elektronik spinnt, da meine außerirdischen IT-Administratoren dazwischenfunken. Und jetzt stelle ich eine Sandkiste unters Bett, da ich immer sensibler werde…
Gruß Sabine

Reply
    Claudio Romanazzi 31. März 2015

    Ok, dann mache ich mal etwas Eigenwerbung 😉

    An dieser Sache arbeitete ich seit Mitte vergangenen Jahres. Zuerst dachte ich, nur mit Radionik auszukommen, jedoch mit zunehmendem Kenntnisstand wurde mir immer klarer, dass das normale radionische Vorgehen nicht zielführend sein kann. Daraufhin dehnte ich meine Forschungen auf alles Greifbare aus, das ich in Bezug auf Nacktschnecken erreichen konnte. Dabei kam mir vor allem die englische Literatur (zum Beispiel über Findhorn) gerade recht, denn oftmals werden hier Informationen verfügbar, die es sonst nicht gibt.

    Und nun ist er fertig: der Ultimative Nacktschnecken Ratgeber. Er enthält wirklich alle Informationen aus der deutschen und englischen Literatur (wenn mir etwas Neues in die Finger kommt, wird der Inhalt natürlich ergänzt). Dabei sind auch ganz überraschende Sachen wie das Besprechen von Schnecken, aber auch Informationen über Schneckenkorn.

    Wer also einen Garten und damit auch Sorgen mit Nacktschnecken hat, der sollte auf folgenden Link klicken: http://bit.ly/nacktschnecken

    Ach ja, der Ultimative Nacktschnecken Ratgeber ist kein Buch und auch kein Ebook. Es ist ein geschützter Bereich im Internet. Der Grund ist einfach der, dass ich dann ganz einfach Neuigkeiten einbauen kann und damit bereits erworbene Ratgeber nicht veralten.

    Reply
Karin 1. April 2015

Hallo!
ein sehr interessanter Beitrag, danke!
Ich bin relativ neu bei der Radionik, aber bereits seit 20 Jahren Heilpraktikerin. Ich arbeite mich gerade ein und Ihre Artikel sind sehr hilfreich!
Gibt es auch Kurse oder Seminare zu unserer Arbeit?
Herzliche Grüße aus Österreich
Karin

Reply
    Claudio Romanazzi 1. April 2015

    Hallo Karin,
    und danke für Ihren Kommentar und danke für die Blumen. Ich biete eine Ausbildung an (Fernkurs). Einzelheiten hier: https://www.radionik.info/radionikausbildung-in-der-deutschen-radionikschule .

    LG Claudio

    Reply
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