Radionik und ihre Raten

von Claudio Romanazzi, RNS 03.1016

Für was und warum verwendet man in der Radionik eigentlich Raten, ja was sind Raten eigentlich? Und wie werden sie erstellt. All diese Fragen wurden mir im vergangenen Monat gestellt und ich möchte sie an dieser Stelle ausführlich beantworten.

Am Anfang stand – nicht wie in der Bibel das Wort – der Gedanke, dass man mit elektrischer Einflussnahme Krankheiten sowohl identifizieren als auch behandeln könnte. Zusammengefasst: man (Albert Abrams, der Gründervater der modernen Radionik) hat sich eine Umgebung geschaffen, die das Testen optimiert hat. Diese Umgebung bestand aus einer elektrischen Widerstandskaskade (hintereinander geschaltete Widerstände), die mittels Schaltern (ähnlich den heutigen Herdschaltern für Elektroherde) auf bestimmte Werte eingestellt werden konnten.

Diese Werte bestanden aus Komponenten von Zahlen zwischen 0 und 10. Zur Unterscheidung zwischen 1 und 0 und 10 wurde hinter einer 10 ein Punkt geschrieben (10.). Die Schalter einer Kaskade, die aus 5 Widerständen bestand, würde also 5 Zahlen zwischen 0 und 10 enthalten.

Die Bedeutung der Zahlenreihen kann man an folgender Grafik ablesen (hier übrigens eine 3er-Kaskade):



Schalter
(Die Kondensatoren, C1 – C2 – oder eine andere Methode, zwischen den einstellbaren Skalen, meistens Radiopotentiometer, dienen zur Vermeidung dessen, dass die Länge der verbindenden Drähte Teil des Verhältnisses wird).

Die resultierende Rate aus der oben dargestellten Schalterstellung würde demnach also 596 lauten.

Immer wenn eine neue Krankheit identifiziert werden konnte, wurde deren Schaltereinstellung aufgeschrieben – und das war die Geburt der Ratenbücher. Ratenbücher sind Sammlungen von Werten, die aus Schalterstellungen entsprechend positiv getesteter Themen gewonnen wurden.

Man sieht hier, dass den Ziffern zunächst noch keine weitere innere Bedeutung zugemessen wurde. Es waren einfach elektrische bedeutsame Werte, die aus Erfahrung gewonnen wurden.

Der große Umbruch kam, als eine Pionierin der Radionik (Ruth Drown) feststellte, dass dies alles auch dann funktionierte, wenn der Strom gar nicht angestellt war. Das entlarvte das gesamte Verfahren (sozusagen) als persönliche Radiästhesie (Wissenschaft vom Rutengehen oder Pendeln). Das ist an sich ja nicht schlimm, disqualifizierte die Radionik jedoch ab diesem Zeitpunkt für die Schulmedizin.

Da man nun Widerstandskaskaden nicht mehr verwenden konnte, mussten andere Methoden gefunden werden, um Krankheiten zu identifizieren und zu behandeln. Traditionell wurde das mit einer Reibeplatte und später mit dem Pendel gemacht. Ohne jetzt in die Einzelheiten gehen zu wollen – Sinn der nun verwendeten Verfahren war (und ist), für ein vorgegebenes Thema eine Reihe von Ziffern (in anderen Ratensystemen auch von Zahlenkombinationen) zu finden, die entsprechend relevant sind.

Und natürlich haben die Leute, die sich um die Erstellung von Raten bemühten, auch jeweils ihre eigene Welt mit hinein gebracht. So finden wir zum Beispiel hier und hier Ausführungen einer ehemaligen Ratenfinderin der englischen Radionikgesellschaft. Darin finden sich numerologische, astrologische usw. Gesichtspunkte, deren Bedeutung für die Anwender wichtig schienen.

Schaut man jedoch auf die Praxis, sind selbsterstellte Raten viel wirkungsvoller! Sicher, auf einen großen Fundus von fertigen Raten zurückgreifen zu können, vereinfacht die radionische Arbeit ungemein. Geht es jedoch um Wirksamkeit sind eigen-erstellte Raten einfach unschlagbar.

Woran liegt das? Nun, man bedient sich bei der Erstellung der Raten ja seines eigenen Wertesystems. Verwendet man diese nun, muss man sich nicht an Wertesysteme anderer Ersteller anpassen und dadurch Wirksamkeit verlieren, sondern man bewegt sich auf vertrautem Terrain.

Was ist denn dann eigentlich eine Rate? Eine Rate ist nur ein Symbol! Es symbolisiert das Thema, für das sie gemacht wurde in idealisierter Form. Beispiel Leber – eine Rate für die menschliche Leber symbolisiert diese in idealisierter Form, d.h. vollkommen und vollkommen gesund. Auf der anderen Seite symbolisiert eine Rate für einen Grippevirus eben diesen in seiner bösartigsten Form. Diese Tatsachen sollte man bei der Verwendung von Raten immer im Hinterkopf haben, damit die radionische Behandlung optimal verläuft.

Und noch ein Gedanke dazu. Wenn wir es bei Raten mit Symbolen zu tun haben, dann haben sie auch keine eigene Kraft. Kraft entsteht erst dann, wenn der Anwender einer Rate sie dem Symbol zumisst. Damit entfällt jegliche komplexe Ratenerstellung zugunsten eines individuell angepassten Verfahrens.

Kann man intuitive Informationsgewinnung anwenden (Pendel, Einhandrute, Reibeplatte), dann fragt man einfach nach der Anzahl der Komponenten einer Rate eines vorher definierten Themas. Danach wird jede dieser Komponenten ermittelt und das Ergebnis im persönlichen Ratenbuch notiert (sofern es sich nicht um eine Rate handelt, die für ganz individuelle Zwecke ermittelt wurde und daher für allgemeine nicht taugt).

Letzte Frage: Wie werden Raten angewendet? Nun, das ist eigentlich ganz einfach. Man bringt die Rate mit dem Zielsystem (Person, Gegenstand, Situation) in Verbindung. Das kann auf verschiedenste Art und Weise geschehen.

In der Radionik verwendet man natürlich ein Radionikgerät. Auf diesem wird die Rate eingestellt und mit dem Klientenmuster in Verbindung gebracht. Auch das ist eine symbolische Handlung, die nur dafür da ist, das eigene Unterbewusstsein entsprechend zu informieren bzw. beauftragen, die Dinge umzusetzen.

Das geht auch ganz ohne Gerät, indem man die Rate auf einen Zettel schreibt, darauf ein Glas Wasser stellt und dieses Wasser dann über den Tag verteilt austrinkt. Man erkennt hier ebenfalls, dass es darauf ankommt, die Rate geistig mit dem Ziel in Verbindung zu bringen.

Und – ganz in schamanischer Tradition – geht es natürlich auch, die Rate einfach auf den Zielort zu schreiben, in unserem Beispiel auf die Haut über der Leber.

Das Ergebnis wird übrigens den Erwartungen des Anwenders minus seiner Zweifel entsprechen. Warum? Nun, in der Radionik befinden wir uns ja auf dem Gebiet der geistigen Heilweisen. Glauben / Wissen fördern, Zweifel behindern das Ergebnis. Deswegen ist es sicherlich angebracht, Radionik zuerst mit sehr leichten Aufgaben zu beginnen und mit zunehmenden Erfolgen und damit auch zunehmenden positiven Glaubensmustern an immer komplexere Geschehnisse zu gehen.

Claudio Romanazzi

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(4) comments

Falta, Andrea 31. März 2016

Wie ermittelt man denn nun ganz ohne Gerät eine Rate? Das ist doch möglich, oder? Herzliche Grüße!

Reply
    Claudio Romanazzi 31. März 2016

    Hallo Frau Falta,
    ganz einfach. Zitat aus dem Artikel:

    „Kann man intuitive Informationsgewinnung anwenden (Pendel, Einhandrute, Reibeplatte), dann fragt man einfach nach der Anzahl der Komponenten einer Rate eines vorher definierten Themas. Danach wird jede dieser Komponenten ermittelt und das Ergebnis im persönlichen Ratenbuch notiert (sofern es sich nicht um eine Rate handelt, die für ganz individuelle Zwecke ermittelt wurde und daher für allgemeine nicht taugt).“

    Viele Grüße
    Claudio Romanazzi

    Reply
Walter Göddeke 31. März 2016

Hallo Herr Romanazzi,

Warum werden Widerstandskaskaden in der Radionik nicht mehr eingesetzt?

MfG
W.Göddeke

Reply
    Claudio Romanazzi 1. April 2016

    Hallo Herr Göddeke,

    nun, man braucht sie nicht mehr. Um einer Krankheit eine Rate zuzuordnen, wird das oben beschrieben Verfahren mit der intuitiven Informationsgewinnung verwendet. Auch wenn Man eine Kaskade verwenden würde, hätte man nichts gewonnen, die Sache jedoch unnötig kompliziert.

    Viele Grüße
    Claudio Romanazzi

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