​Radionikausbildung in England Teil I

Im Frühjahr 1990 ging es also los mit meiner Radionikausbildung. Ich fuhr mit dem Auto nach Calais, setzte dort mit einer Fähre nach Dover über und besuchte dann meine damalige Tutorin Cathy Marshall zu Korrekturen und weiterem Lernen.

 

Zur Radionikausbildung nach England

Die Tutoren der englischen Radionikschule sind alle ehrenamtlich tätig und bekommen nur eine kleine Aufwandsentschädigung. Für uns Kontinentaleuropäer waren je zwei Lehrstunden vor und nach dem Studienwochenende vorgesehen. Vor dem Studienwochenende wurden noch offene Frage aus dem vergangenen Semester erörtert, Techniken überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Die Stunden nach dem Wochenende dienten zum Klären von Unsicherheiten aus den Vorträgen und Diskussionen der für jede Semesterstufe angebotenen Inhalte, sowie weiterem Training neuer Techniken innerhalb der Radionikausbildung.

 

Radionikausbildung mit Tutoren

Damit man nicht einseitig informiert wurde, war es Sitte, dass der Tutor zur Mitte des Studiums ausgewechselt wurde. Meine zweite Tutorin war Ann Davis, die heute Schulleiterin in England ist. Ich erinnere mich noch gut, dass ich damals noch nicht so gut Englisch konnte und mit ihr und ihrem Mann in einen kleinen Disput geriet. Zum Abschied meinte Herr Davis „Take care“, was so viel wir „Mach’s gut“ bedeutet. Damals wusste ich das nicht und übersetzte für mich „Sei vorsichtig“. Wir konnten uns damals nicht einigen – das Paar konnte es mir nicht weiter erklären und ich nicht weiter verstehen. Wenn wir uns (selten genug) mal schreiben, ist das immer noch ein Schmunzeln wert.

Es gab und – gibt es wohl noch heute – zwei Schulungsorte. Der eine ist ein Collage der andere eine Landwirtschaftsschule, der erste in Winchester (eine südenglische Stadt mit einer wunderschönen Kathedrale) und der zweite in ungefähr 20 km Entfernung. Beide haben ein angeschlossenes Internat. In den Ferienzeiten sind die Schüler zu Hause und so versuchen die Schulen, ihre Räumlichkeiten und Küchenkapazitäten in den Ferien zu vermieten. Das nutzen viele Organisationen und so auch die School of Radionics – die englische Radionikschule.

 

Radionikausbildung – der Ablauf

Wenn man dann angekommen war, bekam man sein Namensschild und wurde einem Einzelzimmer zugewiesen. Es gab, wie für Schüler nicht anders zu erwarten, zwar ein Waschbecken im Zimmer, ansonsten jedoch nur ein Gemeinschaftsbad mit Badewanne. Ich erinnere mich noch, dass es mir negativ auffiel, wie alt und oftmals überstrichen das alles war. Es gab keine Dusche sondern nur eine Badewanne, deren Kalt- und Warmwasserzufluss noch getrennt waren.

Ich habe mich dann zuerst immer für ein bis zwei Stunden hingelegt, denn immerhin war ich ja ab Mitternacht unterwegs gewesen. Das erste gemeinsame Abendessen begann dann um 19.00 Uhr Ortszeit (England ist aus unserer Sicht eine Stunde zurück). Anschließend begann für zwei Stunden das Abendprogramm für die bereits Angereisten. Das hatte nicht notwendigerweise mit Radionik zu tun, war jedoch auf alle Fälle ein angelehntes Thema. Einmal gab es beispielsweise eine Einführung in die Silva Mind Controll Methode, die überraschenderweise mein Freund Tom Kay hielt. Tom ist eigentlich Taxifahrer. Er war in der Radionikausbildung ein halbes Jahr vor mir gestartet, wir kannten uns jedoch vom Einführungswochenende.

Nach dem Abendvortrag versammelten sich alle noch für ein paar Minuten an der Bar, machten sich bekannt oder, wie anfänglich in meinem Fall, hörten eher nur zu. Es war und ist dieser Ort, an dem langjährige Freundschaften geschlossen, grundlegende Ideen ausgetauscht werden und so die Radionik und deren heutige Protagonisten zu einer Gemeinschaft zusammen wachsen. Man kennt sich eben, weiß, was man voneinander zu halten hat, ist sich der Fähigkeiten oder Eigenschaften und Meinungen der anderen bewusst. So entsteht ein Netzwerk von Bekannten und Freunden im gemeinsamen Thema.

Nur als kurze Zwischenbemerkung: davon sind wir im deutschsprachigen Raum noch weit entfernt. Ok, unsere Entfernungen sind größer, wir sind alle viel beschäftigte Leute, die oftmals Besseres zu tun haben. Nichtsdestotrotz ist der Nutzen eines Netzwerks viel größer als der Aufwand. Doch dazu in einem späteren Artikel (viel) mehr.

Weiter geht es im nächsten Artikel, in dem ich beschreibe, wie die Studienwochenenden der Radionikausbildung abliefen.

Claudio Romanazzi

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