Nichts

Heilung und elektronischer Schamanismus

Symbolische Physik – Medizin der Zukunft?
von Hermann Grösser

Dass Themen der Heilung auch außerhalb der medizinischer Kreise diskutiert und untersucht werden ist durchaus gängige Praxis, handelt es sich doch um ein Unterfangen von allgemeinem Interesse. Beispielhaft in dieser Hinsicht ist die Initiative der Zeitschrift KursKontakte, die für den Alternativmarkt wichtige Themen diskutiert und auch als Forum für therapeutische Angebote fungiert. Unter dem Titel „Wie Heilung geschieht“ brachte sie in der Ausgabe Juni/Juli 2001 eine Übersetzung des 1996 in dem englischen „Scientific and Medical Network Journal“ erschienenen Artikels The Healing Effect – Complementary Medicine’s Unifying Principle? von David Hodges und Tony Scofield.

Dieser Artikel wäre allerdings noch besser in einer medizinischen Fachzeitschrift bei uns untergebracht gewesen, zumal er für die Komplementärmedizin von ganz besonderem Interesse ist. Die englichen Autoren vertreten die These, dass sowohl der Schulmedizin wie auch der Komplementärmedizin ein einheitliches Wirkprinzip zu Grunde liegt, das auf einer spirituellen Ebene zu suchen sei. Würde die Komplementärmedizin diesen Ansatz konsequent verfolgen, hätte sie nach Meinung der Autoren, eine viel stärkere Position gegenüber der Schulmedizin, als wenn sie zweifelhafte wissenschaftliche Erklärungsmodelle ins Feld führt – was bis heute zur Verteidigung ständig geschieht. Desweiteren wird darin angeführt, dass die meisten in der Komplementärmedizin gebräuchlichen Geräte schlussendlich nichts anderes darstellen, als Hilfsmittel und Ritualgegenstände für Therapeuten, um sich in die Heilungssituation zu begeben. Eine These, die auch der Autor seit Jahren vertritt und in zahlreichen Artikeln publiziert hat. Dass diese Art der Auslegung jedoch nicht von allen begrüßt, ja sogar von manchen bei uns diffamiert wird, zeigt nur, wie festgefahren und borniert die Ansichten einzelner sind.

Nun gab es immer wieder Forscher und Pioniere, die die Phänomene der Heilung untersuchten und darüber berichteten. Als eine herausragende Persönlichkeit sei hier der Amerikaner George W. Meek (1910 – 1999) erwähnt, der gemeinsam mit Ärzten, Psychologen, Naturwissenschaftlern und Parapsychologen jahrelang mehrere Länder bereiste, um vor Ort die Phänomene der außergewöhnlichen Heilung zu studieren. Er gab 1977 sein umfassendes Werk ‚Healers and the Healing Process‘ heraus und beschrieb darin sehr eindrucksvoll die Tätigkeiten von Heilern sowie über die heilenden Energien an sich. Es gibt keine bessere Zusammenfassung der Meek’schen Vorstellungen als die ‚Hypothese der Natur des Menschen‘, die er auf dem 1. Internationalen Symposium über ‚Mind-Matter-Interface des Menschen‘ 1985 in Sao Paulo vorgetragen und 1989 in Konsens mit 16 Fachgelehrten in überarbeiteter Form herausgegeben hat (Näheres siehe: Ernst Senkowski, Georges W. Meek – Ein Visionär der paranormalen Heilung in CO’MED 7/8-99). Obwohl das Buch von Meek ein paar Jahre später, 1980 auch im Hirthammerverlag auf Deutsch erschien, hatte es seinerzeit kaum Einfluss auf die vorherrschenden Ideen der Medizin. Vielleicht auch deshalb, weil seine Erkenntnisse aus anderen Kulturbereichen stammten und nicht unbedingt in unser Weltbild passten. Dabei waren Meeks Erkenntnisse nicht die einzigen, die uns zur Verfügung standen. Schon Jahre zuvor, 1973 hatte Prof. Dr. rer. nat. Alfred Stelter, sein Werk ‚PSI-Heilung‘ herausgebracht und darin betont, dass nicht die Phänomene der Heilung, sondern eher unser vertrautes Weltbild angezweifelt werden müsste. Wie vieles in unserer schnell lebigen Zeit, so sind auch diese Werke der Pioniere in Vergessenheit geraten und neue Forscher machen sich ans Werk, um das zu entdecken, was nicht neu für die Welt, jedoch immer wieder neu für den Einzelnen ist. Im Grunde genommen sind die Heilungsvorgänge als solche seit langem bekannt, erforscht und gut dokumentiert, was jedoch nicht unbedingt bedeutet, dass sich deshalb die Gepflogenheiten eines etablierten Systems ändern müssten, sei es in der Schulmedizin oder gar in der alternativen Szene. Wissen alleine bewirkt nichts, es muss auch umgesetzt bzw. angewandt werden, um etwas bewirken zu können. Doch hier liegt die Crux, denn wer ist schon wirklich daran interessiert, etwas zu ändern oder zuzugeben, dass es noch ganz andere Möglichkeiten der Heilung gibt, als nur die, die bei uns als ‚wissenschaftlich anerkannt‘ gelten oder als wissenschaftlich hingestellt werden.

Das Gegenteil scheint bei näherem Betrachten der Fall zu sein. Wir befinden uns in einer Zeit, wo es immer mehr Arzneimittel, Heilmethoden und Heilpropheten gibt. Die einen berufen sich auf die neuesten Forschungsergebnisse der Schulmedizin und die anderen auf die jahrtausendalten Erfahrungen der fernöstlichen Medizin. Hoffnungen werden geweckt und Therapeuten wie Patienten mit immer neuen, anscheinend noch wirkungsvolleren Mitteln und Verfahren konfrontiert. Nicht von ungefähr kommt die Redewendung: Neue Verfahren nutzen, solange sie noch Hoffnungen wecken und Wirkung zeigen. Neben den Spezialisten der Ethnomedizin, die nun alternative Heilverfahren sowie den Schamanismus aus allen Winkeln der Erde als neue vielversprechende Heilsbotschaft zu uns bringen, hat sich in der zweiten Hälfte des letzen Jahrhunderts auch bei uns eine eigene Art schamanistischer Kultur entwickelt. Es ist der elektronische Schamanismus, der vor allem in Deutschland seine Blüten treibt und der von hier aus in alle Teile der Welt als Errungenschaft moderner Biophysik exportiert wird. Dass auch ihm das gleiche Prinzip innewohnt, wie das, das von Medizinmännern und Schamanen seit eh und je praktiziert wird, oder auch das der qualitativen, fernöstlichen Medizin, wissen bzw. vermuten jedoch die wenigsten.

Dieser elektronische Schamanismus stellt allerdings ein Novum in der Geschichte der natürlichen Heilverfahren dar. Ein Novum deshalb, weil seine Anwender sich der dahinterliegenden Gesetzmäßigkeiten größtenteils gar nicht bewusst und überzeugt sind, mit Geräten zu arbeiten, die nach den neuesten Erkenntnissen der Physik konzipiert wurden. Gestärkt wird dieser Glaube durch die pseudophysikalischen Erklärungsmodelle, die ihnen Seitens d er Hersteller vermittelt werden. Verständlicherweise, denn sie behaupten dies ja mit Überzeugung und hoch wissenschaftlich klingendem Vokabular. Mit anderen Worten: Die wenigsten, die mit diesen Methoden arbeiten wissen mit Bestimmtheit, dass sie es selbst sind, die die Kraft zur Heilung ausrichten, bzw. das Potential der Heilung beim Patienten freisetzen. Einige davon verteidigen sogar mit Vehemenz ihr materialistisches Weltbild, vermutlich glauben sie doch weit mehr an die von ihnen eingesetzten Geräte als an ihre eigenen Fähigkeiten. Von den zahlreichen in der Komplementärmedizin gebräuchlichen instrumentellen Methoden sollen hier als Beispiel die Therapien mit patienteneigenen Schwingungen, die allgemein als Bioresonanz-und Mora-Therapien bekannt sind, herausgegriffen werden. Zum einen, weil ihre Vertreter das zugrunde liegende geistige Prinzip auch heute noch, also nach nahezu einem Vierteljahrhundert verschleiern und zum anderen, weil sie in geradezu idealer Weise die symbolische Physik und damit den elektronischen Schamanismus verkörpern. Sie wird von ihren Erfindern als biophysikalische Therapie bezeichnet und ist inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands als solche bekannt.

Physikalische Geräte der gleichen Kategorie wurden jedoch schon Jahrzehnte vorher zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, vor allem die Radionik kann als instrumentelle Methode bereits auf ein nahezu hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Exponenten hatten zwar immer wieder mit dem medizinischen Establishment zu kämpfen, doch nie scheuten sie sich, zu ihrer Methode zu stehen und sich offen zu den geistigen Wirkfaktoren zu bekennen. Dem aktuellen Stand der Dinge nach zu urteilen, sind die Radioniker nicht nur die Pioniere der instrumentellen Biokommunikation sondern auch die wahren Begründer der virtuellen Medizin, die heute in Form von Software gesteuerten Test- und Therapieprogramme für die PC-Anwendung zur Verfügung stehen.

Doch zurück zur Therapie mit patienteneigenen Schwingungen. Nie zuvor wurde soviel Wirbel um eine angeblich neue Entdeckung gemacht, als gerade um diese. Das von den Erfindern postulierte Prinzip ist denkbar einfach, ja geradezu genial. Über Handelektroden werden die sogenannten patienteneigenen Schwingungen abgegriffen, in ein Gerät geleitet, dort um 180° elektronisch invertiert und wieder an den Körper zurückgegeben. Die pathologischen Schwingungen werden dabei spiegelbildlich gelöscht, die physiologischen, gesunden aufgebaut. Soviel zum Grundprinzip in einfachen Worten, Details sind der einschlägigen Literatur sowie den Unterlagen der einzelnen Herstellerfirmen zu entnehmen, von denen es inzwischen mehr als genug gibt. Zahlreiche Praxisfälle dokumentieren die Erfolge und will man Experten der Methode glauben, so soll es kaum eine Krankheit geben, die mit dieser Therapie nicht behandelt werden kann. So weit so gut, doch warum steht dann nicht in jeder Praxis ein Bioresonanz-Gerät, arbeitet nicht jeder Therapeut nach dieser Methode und bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen nicht die Leistungen? Nun das Problem ist einfach zu erklären. Das von den Herstellern proklamierte Wirkprinzip widerspricht nicht nur gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern passt auch nicht in das vorherrschende Weltbild vieler Therapeuten. Nichts, rein gar nichts was von den Herstellern und Exponenten als physikalisches Wirkprinzip für diese Methode angegeben wird stimmt. Dennoch können Anwender teilweise spektakuläre Heilerfolge damit erzielen, und dies ohne Medikamente im herkömmlichen Sinn. Die Methode funktioniert – nur ein Ignorant könnte behaupten, dass dem nicht so sei! Allerdings, und hier liegt das ganze Problem der Methode, sie funktioniert nicht so, wie Anwender und Hersteller es gerne hätten und letztere es in ihren glanzvollen Schriften mir Überzeugung und vielen Grafiken darlegen.

Wie es im Einzelnen zu dieser Therapieform kam und was sich dahinter verbirgt, wurde inzwischen von verschiedener Seite aus (wissenschaftlich wie alternativ) eingehend beleuchtet und im Laufe der Jahre in zahlreichen Artikeln dokumentiert, so dass hier nicht mehr explizit darauf eingegangen werden soll. Der Autor selbst war früher einige Jahre (1987 – 1992) als Berater für einen der Gerätehersteller tätig. Er hat nicht nur ausgezeichnete Insider-Informationen zur Verfügung, sondern auch ausgedehnte Literatur-Recherchen in diesem Bereich unternommen. Hinzu kommen eigene Versuche mit verschiedenen Gerätetypen sowie zahlreiche Gespräche mit Therapeuten im In- und Ausland. Seine Erkenntnisse und Erfahrungen sind u.a. in dem von ihm verfassten ‚Insider-Report-Bioresonanz‘ beschrieben. Der Report ist die bisher umfangreichste Darstellung zu diesem Thema und enthält mehrere Dutzend Referenzangaben sowohl von Gegnern als auch Befürwortern der Methode. Ein „muss“ für alle, die sich eingehend mit dieser Therapieform beschäftigen und näheres über Ursprung und Hintergründe wissen möchten. Der Report ist im Internet beim Radionik Verlag zu finden (siehe rechts oben) oder direkt vom Radionik Verlag zu beziehen.

Was in England schon seit langem bekannt und von den Radionikern publiziert wurde, scheint in Fachkreisen jedoch hier kaum beachtet zu werden. Anscheinend bedarf es erst einmal des Anstosses von Außen, damit etwas geschieht wie z.B. durch den eingangs erwähnten Artikel: Wie Heilung geschieht aus Kurskontakte Nr.115. Der englische Text sowie weitere nützliche Informationen zum Thema Radionik sind unter: ‚www.felfield.u-net.com‘ zu finden. In Deutschland sind derartige Publikationen eher selten. So hatte bis heute auch kaum jemand den Mut, offen zu den Gegebenheiten Stellung zu nehmen und z.B. ein revidiertes Modell für die Bioresonanz vorzustellen, das auch die Rolle des Bewusstseins als aktives Element mit einbezieht. Konsequenterweise ist auch das geistige Prinzip dieser Therapieform tabu und wird von den meisten verschwiegen oder sogar vehement geleugnet. Wie sollen denn bewusstseinsrelevante Methoden überhaupt je anerkannt werden, wenn bereits die postulierten Modelle völlig unsinnig sind und gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen? Die Wissenschaft im klassischen Sinne kann zwar mit geistigen Vorgängen recht wenig anfangen, dafür aber umso mehr mit materiellen. Warum also wissenschaftliche Termini missbrauchen, um Physik dort vorzutäuschen wo gar keine ist und sein kann, nämlich im Reich der geistigen Welten. Da wäre es doch wohl besser, bewusst und unmissverständlich auf die bewusstseinsrelevanten Wirkfaktoren hinzuweisen und die Schulmedizin mit den tatsächlichen Gegebenheiten herauszufordern?

Doch dies dürfte schwierig sein, die wenigsten sind bereit sich erst einmal selbst einzugestehen, das sie in letzter Konsequenz doch nur mit ‚Symbol und Ritual‘ arbeiten, mit etwas das in keinem offiziellen Lehrbuch der westlichen Medizin steht, an keiner Hochschule gelehrt und kein Prüfungsfach für Therapeuten ist. Derartige anachronistische Techniken dürften wohl eher in einem anderen Kulturbereich, fernab dem unsrigen zu Hause sein, als in einer modernen Naturheilpraxis. Doch hier irren die meisten, die Naturgesetze sind für alle da und an jedem Ort der Erde gültig. Den meisten Herstellern dagegen dürfte so oder so nichts anderes übrig bleiben, als das (falsche) physikalische Bild aufrechtzuerhalten und in der einst begonnenen Rolle weiter zu machen und jeden mit allen Mitteln zu bekämpfen, der ihr ver-rücktes Weltbild in Frage stellt. Verständlicherweise, denn wer gibt schon zu, sich über Jahre oder gar Jahrzehnte getäuscht zu haben oder was viel schlimmer ist, sogar bewusst Therapeuten noch immer an der Nase herumzuführen. Eine derartige Verhaltensweise verzerrt jedoch nicht nur die Wettbewerbssituation, sondern ist auch unfair gegenüber all denjenigen, die die bewusstseinsrelevanten Faktoren ihrer Methode offen darlegen. Ob der Ehrliche der Dumme ist?

Doch wie dem auch sei, die Luft wird dünner für die Pseudophysiker. Sie werden über kurz oder lang entweder ihre Modelle umstellen oder das Feld räumen müssen. Der Zeitgeist ist gegen sie, die bewusstseinsrelevanten Faktoren finden immer mehr Beachtung. Selbst prominente Physiker, wie z.B. der Amerikaner William A. Tiller beschreibt in seinem Buch ‚Science and Human Transformation‘ die Rolle des Bewusstseins als determinanter Faktor. Wer als Exponent oder Gerätehersteller bewusstseinsrelevanter Verfahren immer noch glaubt, Therapeuten durch Missbrauch etablierter Termini der Physik und falsche Funktionsmodelle in die Irre führen, wenn nicht gar verdummen zu können, wird vielleicht bald das Nachsehen haben.

© 7.2001 Hermann Grösser, 08.2003 Radionik Verlag

Hermann Grösser

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